Villa Rustica - Blankenheim
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Auf den Spuren der Römer in der Eifel - die Römervilla von Blankenheim

In der zweiten Hälfte des vorchristlichen Jahrhunderts besiedelten die Römer „Gallien“, das heutige Frankreich und die germanischen Provinzen bis zum Rhein. Sie brachten ihre Kultur und manche technischen Neuerungen mit.
Wir werden uns ab heute in lockerer Folge auf die Spuren der Römer in der Eifel begeben und über Interessantes und Erhaltenes berichten. Vieles kann noch besichtigt werden, Einiges musste aus Kostengründen nach der wissenschaftlichen Ausgrabung wieder zugeschüttet werden. Dennoch gibt es viele Zeitzeugen, man muss nur mit offenen Augen durch die Gegend gehen. Da kann man schon mal in einem Waldgebiet oder auf offenem Feld Tonscherben, Münzen und ähnliches aus dieser Zeit finden.
Beginnen wir mit der Römervilla (Villa rustica) von Blankenheim. Wo sich das heutige Neubaugebiet „Auf den Alzen“ befindet, begann man 1894 mit den Ausgrabungen. Die Untersuchungen wurden in mehreren Abschnitten durchgeführt. Die Villa lag nur ca. 300 Meter von der römischen Straße entfernt, ein Teil der heutigen B 51. In verschiedenen Bauperioden hatte diese Villa mit einem 70 Meter langen und 27 Meter tiefen Wohnkomplex mit fast 50 Räumen vom ersten bis zum vierten Jahrhundert n. Chr. bestanden. Faszinierend das ausgeklügelte Warmluft-Heizsystem, mit dem etliche Räume ausgestattet waren. Außerdem eine Badeanlage mit zwei Warmwasserwannen, einem Laubad und einem Kaltwasser-Schwimmbecken von 7,25 qm Grundfläche und einer Wassertiefe von 150 cm. Jedoch wurden in Blankenheim keine Mosaikböden und Wandmalereien entdeckt. Nach den Funden zu urteilen, hat das Gebäude etwa drei Jahrhunderte bestanden. Das Arbeitsleben auf einem solchen Gutshof läßt sich durch Funde einiger landwirtschaftlicher und handwerklicher Nebengebäude belegen. Besonders interessant waren dabei die Funde von Eisenverhüttungsplätzen, die darauf hinweisen, dass die Bediensteten neben Landwirtschaft auch Bergbau betrieben haben. Die Schürfplätze von Eisenerz bei Blankenheimerdorf sind schon in römischer Zeit angelegt worden und es liegt nahe, dass das hier abgebaute Erz im Betrieb der Villa rustica von Blankenheim verhüttet worden ist.
In der Mitte des 2. Jahrhunderts muss das Gebäude von einem Brand heimgesucht worden sein, der sichtbare Spuren in einer 2 - 3 cm starken Kohlen und Aschenschicht hinterlassen hat.
Die Ausgrabungen in Blankenheim wurden vom damaligen Ehrenbürgermeister Wassong tatkräftigst unterstützt, beschrieben wurden sie von Dr. Franz Oelmann im Auftrag des Bonner Provinzialmuseums. Zu dieser Zeit traten Ereignisse ein, die, so unerfreulich sie an sich auch waren, doch zur Entscheidung führten, die Mauern zu konservieren und die Badeanlage zu überdachen. Obwohl immer wieder nachgebessert wurde, ließ es sich nicht vermeiden, dass die Feuchtigkeit und die Fröste der Eifelwinter unaufhaltsam ihr Zerstörungswerk an den Bauresten fortsetzten. Schlimmer und radikaler noch war freilich die Zerstörung, welche gedankenlose Besucher verschuldeten, indem sie die Umzäunungen durchbrachen, die schwächeren Mäuerchen zertraten, Hypokaustenziegel fortschleppten oder durcheinander warfen und dgl. mehr. Die Kriegswirren und die anschließende „schlechte Zeit“ ließen die Ausgrabungen stoppen; die Befunde wurden mit Erde verfüllt.
Ende des vierten Jahrhunderts brechen die römischen Funde ab. Es folgt die Landnahme der fränkischen Stämme. Diese veränderten die Villa rustica, in dem sie die Heizungsöffnungen zuschütteten und Fenster und Türen vermauerten. Sie konnten mit der Steinbauweise der Römer nichts anfangen. Die Bauten wurden, bevor sie zerfielen, nur als Lagerräume genutzt. Sie gründeten einige hundert Meter weiter oben ein Dorf mit Häusern ihrer Tradition: Fachwerk, Lehm und Stroh; das heutige Blankenheimerdorf.
Wenn man bedenkt, dass die Villa rustica Blankenheim einer der größten römischen Stätten in unserem Raum war, kann man nur hoffen, dass irgendwann Geldmittel zur Verfügung stehen werden, um der Öffentlichkeit Zugang dazu zu gewähren.
So weit - bis bald - auf den Spuren der Römer. kb.
(Für Informationen danken wir u. a. Klaus Ring, Hist. Kreismuseum Blankenheim und Axel Paul, FOI, Blankenheimerdorf)

 


   

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